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Mittwoch, 31. August 2011

Der deutsche Hausarzt ist ein Gummibär






Ein Hausarzt, wenn er mutig wär
hätt` mehr Stolz als ein Gummibär.



Ein Gummibär ist richtig billig,
du greifst nach ihm und er ist willig.



Du machst Dir wirklich keinen Kopf
nur wegen diesem Gummitropf.



Der deutsche Hausarzt ist elastisch
sein Rückgrat biegt sich ganz phantastisch



Er ist nur glatt, ist nirgens spitz,

statt Einfluss hat er höchstens Witz.



Statt Beine hat er kleine Knollen,

nur weil die niemals flüchten sollen.



Politisch darf er farbig sein
da darf er gerne deftig schrein.





Doch klagt er dass sein Lohn nicht fair,
lacht man ihn aus als Gummibär.






Donnerstag, 18. August 2011

Was Versicherungen von Hausärzten halten

Ein typisches Erlebnis mit einer Versicherung!
Und gleichzeitig ein Maßstab für die Bewertung der erbrachten Leistung des Arztes:
Schreibt mich doch eine Versicherung wegen eines Patienten an und will ein kurzes Statement über einen Patienten, um sein Police-Risiko einschätzen zu können. Da soll ich nur mal kurz die wichtigsten Diagnosen angeben und mal eben kurz sagen, ob ich ihn für gesunc halte.
Man würde mir dafür 10 ,-€ geben.

Ich hab den Hörer in die Hand genommen und dort angerufen. Na klar war das wertlos. Aber ich dachte mir, wenn ich schon draufzahle, dann wenigstens nicht ohne Protest.
Wenn ich alleine die ganzen Praxisunkosten zusammenrechne, was ja von den 10 € abgezogen werden muss, um den Gewinn vor Steuern zu bekommen, dann ist bei dem Heraussuchen der Akte, der Diagnosen und bei der Einschätzung ob ein kurzer oder langer Bericht erfolgen muss, schon so viel Zeit vergangen ( ca 15 Min) dass ich mit 10.-€ in den roten Zahlen bin. Von Bezahlung für meine Arbeit noch gar nicht zu reden.
Und so eine 10.-€ Ohrfeige ist Standard! Und niemand erregt sich? Alle nicken das ab und machen weiter. Kein Wunder, dass die Versicherungen sich die Hände reiben und ihre Kalkulationen in Zukunft auf dieses Ausgabenniveau fixieren. Die halten die Arbeit des Arztes dann genau für jene Sorte von Zettelausfüllen oder Abstempeln wie es in den Medien gern gezeichnet wird. Ich fände es besser, wenn wir gleich einen fünf Euro Schein mit in den Umschlag legen würden und uns bedanken für die Ehre, einen solchen Brief an die Versicherung schreiben zu dürfen. Das wäre der kleinere Teil des entstandenen finanziellen Verlustes. Aber es zeigt auf, was wir Hausärzte in den Augen jener Gesellschaften wert sind. Ein Trinkgeld.
Was wurde da alles verpennt, unfassbar.

Mittwoch, 4. August 2010

Warum müssen Ärzte für die Unfähigkeit der Führungskader bluten?

Ich bleibe da an dem Begriff hängen den ich beim Sparen immer wieder höre: “ Auch die Ärzte müssen ihren Anteil erbringen”.
Wenn man es mal transponiert in den Bereich der Bauwirtschaft wird deutlich was ich meine:

Ein skrupelloser “Baulöwe” wickelt die Banken um seinen gierigen Finger und beginnt ein Projekt nach dem anderen, dessen Finanzierung auf der Hoffnung basiert, eines Tages kommt genügend Rendite herein um die Schulden zu bedienen. Während er so misswirtschaftet wirkt er nach außen toll. Die modernsten Baumaschinen hat er geleast, alle sind fasziniert von der scheinbaren Leistungsfähigkeit des Betriebes. Dann kommt die Wahrheit ans Licht. Der Konkursverwalter erhält Teile des Unternehmens aber er kann die vielen in Vorleistung gegangenen Lieferanten und die vielen Subunternehmer natürlich nicht voll befriedigen. Was passiert mit den vielen Handwerksbetrieben, die ihr Geld nur zu einem Bruchteil erhalten?

Die bluten für die wirtschaftliche Unfähigkeit, die Verschwendungssucht und das Vorspiegeln falscher Tatsachen.

Jeder spürt, dass diesen braven Leuten das größte Unrecht angetan wurde.
Genau so ist es mit den niedergelassenen Ärzten, die “beteiligt” werden am stückweisen Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Auch sie können nichts für das Versagen der Entscheider ganz oben im System. Auch sie arbeiten hart und gehen in finanzielle Vorleistung mit ihren Betrieben auch sie bekommen ihr Einkommen gekürzt ohne an den Fehlentscheidungen dort oben beteiligt gewesen zu sein.

Auch die Politik geht mit den Geldern wirtschaftlich unverantwortlich um die sie betreuen sollen, auch die Kassen vergeuden das Geld für vom therapeutischen outcome unbewiesene Dinge, wie Mutter-Kind-Kuren, Homöopathie, Bezahlung für Heilpraktiker, Stempelgeld für wertlose “Checkuntersuchungen” bei unter 35 Jährigen und versicherungsfremde Leistungen, wie Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall.
Und auch die Politik betreibt Vorspiegeln falscher Tatsachen in dem sie gebetsmühlenartig die Lüge wiederholt es könne alles für alle weiterhin bezahlt werden.

Dieses Blutenlassen von Abhängigen für die Fehler der Manager ist illegal. Der Baulöwe Schneider wurde dafür wenigstens verurteilt.
Bei uns kann man aber (selbst von den betroffenen Ärzten unwidersprochen) die in sich falsche Behauptung weitertragen, auch Ärzte “müssten” sich an den Kürzungen beteiligen.
Das gesamte System befindet sich wegen gallopierender Unfähigkeit in seinen Chefetagen in einem Zustand permanenter Insolvenz. Das hat nur noch keiner bemerkt.
Ein so schlecht geführter Betrieb wie dieser von Rösler und Friends erhält Milliarden an Zuschuss um zu überleben aber keiner findet das verdächtig. Man ist das in diesem Schuldenparadies eben gewöhnt. Ich sage der Laden bricht gerade zusammen.

Sonntag, 25. Juli 2010

Die Lampenkisten oder Sprechende Medizin




























Ein Hausarzt der mit seinem Geld
sich eine Praxis hingestellt,
Schafft sich , weil er das endlich kann,
so manche teure Kiste an.
An einer Kiste sind die Kabel,
gedacht zum Anschluss an den Nabel

Die andere hat lauter Lampen,
die leuchten rot bei dicken Wampen.
Die dritte piepst ihm digital,
wenn sich verstärkt des Menschen Qual.
So sammelt sich viel Mobiliar,
in weißer Farbe übers Jahr.

Weil so ein Kistlein teuer ist
und Manches vom Gewinn wegfrisst,
falls es ihm nicht mit Witz gelingt,
dass er es in die Arbeit zwingt.
Darum sucht er verständlich nun,
für seine Kisten was zu tun.

Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit
verschob sich deutlich mit der Zeit.
Zuvor war er ein Detektiv,
der zuhörn konnte intensiv.

Jetzt nennt man ihn den Spezialisten
für weiße Kabel-Lampen-Kisten.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Ein Hausarzt ist grad in Gedanken,
die sich um eine Krankheit ranken,
als ihn am Ärmel etwas sticht
und stark verkrampft bis ins Gesicht.
In hochrasanter Art und Weise
gehn magisch Dinge auf die Reise,
die eigentlich am Kranken kleben,
wie der sonst nur am eignen Leben.

Verantwortung für fettes Prassen
und jahrelanges Unterlassen,
von Sorge um das eigne Wohl,
fließt in den Arzt als wär der hohl.
In diesem kurzen Glücksmoment
die Last sich vom Patienten trennt.
Ab jetzt kann er mit Vorwurf grollen:
Das hätte Doktor sagen sollen!

Sollte es ihm mal schlimm ergehn,
hatte der Arzt was übersehn.
Auf jedem tragischen Verlauf
steht fett ”der Arzt hat Schuld” darauf.
Der kleine Stich am Arm war magisch,
die Folgen für den Arzt sind tragisch.
Der Krankenkassen kleine Karten
lassen die Neubewertung starten.
Berühr den Doktor mit dem Ding
und alle deine Pflicht ist hin.
In Rückschau lässt sich immer finden,
ein Zeitpunkt der zum Unterbinden
des Dramas scheinbar übersehen.

Jetzt muss man halt zum Anwalt gehen!

Sonntag, 11. Juli 2010

Homöopathie sollte nicht von den Kassen bezahlt werden

Menschen, die nicht ernstlich krank sind, können sich die Beschäftigung mit Homöopathie noch leisten, Menschen die verzweifelt krank sind, greifen nach ihr als letztem Strohhalm, Menschen die krank sind und Hilfe von der akademischen Medizin erwarten können, werden selten Zeit mit den Zuckerkügelchen oder Wässerli vergeuden. Bestes Beispiel ist die Notfallmedizin. Homöopathie ist keine ernst zu nehmende Medizin sondern ein Placeboeffekt mit hohen Vorschusslorbeeren. Homöopathie sollte nicht von den Kassen bezahlt werden.

IN DER NOT FRISST DER TEUFEL ZUCKER

Ein Hausarzt kommt ins tiefe Grübeln,

er spürt er muss es ihm verübeln.

Wen er da meint? Seinen Patienten!

Den, der sich schon wollt frühberenten.

Der will das Maximum von allem,

doch Kosten dürfen nicht anfallen.

Er sei der Meinung als Patient,

dass er die rechte Kur nun kennt.


Homöopathie nach Hahnemann

hilft mehr als was der Hausarzt kann!

In jeder Lage, gleich wie schwer

muss künftig dessen Küglein her.

Der Hausarzt stellt sich grinsend vor,

dass sein Patient, ein rechter Tor,

dann einst mit blutend großen Wunden

den Notarzt fordert, schwer geschunden.

Und dann erscheint mit Blaulicht nein,

kein Facharzt sondern`s Kügelein.


Montag, 5. Juli 2010

Tolle Bilanz: Einkommen unkalkulierbar, Regressbestrafung jederzeit möglich!



Niedergelassene Ärzte bekommen ja ihre geleistete Arbeit zu einem großen Teil nicht bezahlt, das wird in der Wortblase “Leistungsbegrenzung” ausgedrückt.
Wir bekommen einfach einen völlig willkürlichen Teil (unter Vorwand der Regelkonformität) vorenthalten.
Ich verlange dafür zumindest eine Spendenquittung!!!
Ständig ändert sich das wahnhafte Regelwerk, die Komplexität nimmt zu und wird immer undurchschaubarer. Der Zusammenhang zwischen meiner harten Arbeit und dem Lohn daraus ist verloren. Dieses Gefühl, ein völliger Spielball in den Händen Anderer zu sein macht mich wütend. Meine von der Leistung unabhängige Entlohnung nimmt die Motivation und damit jede unternehmerische Risikobereitschaft.
Das ist der finanziell existentielle Alltagsfrust.

Darauf setzt sich die Missachtung der ärztlichen Leistung.
Sie ist in der Entwertung der Arzt-Patienten-Beziehung zu erkennen, die sich aus den “Regress”Bedrohungen ergibt.
Da nimmt man mit Strafandrohung auf meine ärztliche Entscheidung unerlaubten Einfluss. Wenn ich sehe, dass ein Patient zu einfach strukturiert ist um billigere aber anspruchsvoller zu benutzende Medikamente zu verwenden, dann werde ich in der “Wirtschaftlichkeitsprüfung” “auffällig”. Im günstigsten Fall kann ich durch wochenlange Vorbereitung auf das dann kommende Tribunal die Bestrafung abwehren, vielleicht aber auch nicht und muss dann die durchschnittlich 40 000.- € pro Verfahren bezahlen.
Und das Schlimmste: Keine alte Socke in der Ärztekammer erregt sich darüber.
Wenn sich zB mal ein Mafioso in die Praxis stellt und mir sagt: “komm Junge, lass das Omeprazol stecken, der Patient kriegt nichts, sonst blase ich Dir die Birne weg”dann würde das wahrscheinlich auch keiner mehr seltsam finden. Wir sind ja schon Jahre daran gewöhnt mit konkurshohen “Regress”-Strafen zum Andersverschreiben gezwungen zu werden.
Das wäre dann juristisch sicher auch “ein verständliches Interesse des Gemeinwohls” was in der richterlichen Bewertung vor meinem Interesse auf ärztliche Unabhängigkeit stünde.

Sowohl unser fremdbestimmtes unkalkulierbares Einkommen, als auch der Verlust der ärztlichen Entscheidungsfreiheit durch “Regresse” sind Zeichen von Machtlosigkeit.
Ich will die Macht über meine Angelegenheiten zurück!

Wir Ärzte in eigener Praxis sind anders als die Krankenhauskollegen in besonderer Weise hilflos. Wir haben Unternehmerrisiko und Kreditverpflichtungen auf uns genommen um überhaupt erst einmal unseren Beruf als Niedergelassener Arzt ausüben zu können! Wir sind damit auf eine besonders strake Interessenvertretung angewiesen, die uns vor Willkür schützen sollte. Aber wir haben keine Gewerkschaft!! Die Krankenhausärzte haben den MB. Wir haben das Gegenteil.
Die “KV” setzt kein Machtmittel für uns ein, nein sie beteiligt sich aktiv an der Entwicklung oder Ausführung aller jener Absurditäten gegen uns. Manchmal glaube ich, sie wollen die Bruchfestigkeit der arbeitenden Ärzte austesten, wenn sie jetzt auch noch eine zusätzliche 160 Seiten starke Kodiervorschrift auf unsere Köpfe werfen. Ich habe noch immer große Freude an der Arbeit als Landarzt aber die bewahre ich wie ein Kerzenlicht im Sturm des Wahnsystems. Ceterum censeo KV esse delendam.